Vertipperdomains

Vielleicht sind Sie auf dieser Seite gelandet, weil Sie sich vertippt haben. Kein Problem, folgen Sie einfach den richtigen Verweisen zu der Suchmaschine. Altavist.de ist eine Vertipperdomain. „Meinten Sie altavista?“ fragt Google beim Eintippen ins Suchfenster und gibt dem Nutzer die richtige URL http://de.altavista.com. Altavista gehört jetzt zu Yahoo.

Vertipperdomains sind immer noch bei der Domainregistrierung populär, gelten sie doch als Lieferanten von einem ständigen Strom von Besuchern. So wäre noch im letzten Jahrhundert die Vertipperdomain altavist.de eine attraktive Besucherdomain gewesen, weil viele User im Internet, den Namen der damals wichtigen Suchmaschine altavista falsch in den Browser oder in das Suchfenster der Suchmaschinen eingetippt hätten. Altavista war zu der Zeit eine der wichtigsten Suchmaschinen im Internet und ist erst im neuen Jahrtausend durch den rasanten Aufstieg von Google nahezu in Vergessenheit geraten. Lange Zeit war die Übersetzungssoftware Babelfish von altavista die wichtigste Übersetzungssoftware im Internet und ein Besuchermagnet für Altavista.

Vertipperdomains sind Domainnamen, die darauf setzen, dass der User im Internet sich vertippt oder einen Rechtschreibfehler bei der Eingabe der URL in den Browser oder das Suchmaschinenfenster macht. Der Domainbesitzer hofft also, das der User durch einen eigenen Fahler nicht auf die von ihm gewollte Domain sondern auf die eigene Domain kommt und dort etwas kauft oder eine Werbung anklickt. Der Vertipper soll also zu einer Umleitung von „Traffic“ auf die eigene Seite verwendet werden und viele Jahre hat das auch hervorragend geklappt.

Viele Jahre populär waren insbesondere Vertipperdomains zu großen Marken. Ein Buchstabendreher, vielleicht bei Buchstaben, die auf der Tastatur direkt nebeneinander liegen und so für den Tippfehler sorgen könnten, brachte den Domaineigentümern schon einigen Traffic auf Ihre Seite. Dabei muss man aber wirklich aufpassen: Gerade bei Markennamen kann leicht ein Markenrechtsverstoß vorliegen, der für den Domaineigentümer eine Abmahnung bedeuten kann. Die Herausgabe der Domain an eigentliche Markeninhaber oder das Verbot der Nutzung ist bereits in vielen Gerichtsprozessen entschieden worden. Insbesondere Webmaster, die gezielt Vertipperdomains zu Markennamen registriert hatten, um diese dann lukrativ an die eigentlichen Markeninhaber zu verkaufen (Domaingrabber), sind von Gerichten schon häufig belangt worden.

Unspektakulär und für den Domaininhaber nicht riskant sind Vertipperdomains, die einfach nur einen wirklichen Rechtschreibfehler beinhalten. Domainnamen wie www.kuechenmaschiene.com , www.buxsus.de, www.espressomaschiene.com setzen auf die Rechtschreibschwäche der Deutschen. Aber auch hier arbeiten die Suchmaschinen inzwischen gegen die rechtschreibschwäche: wer falsch geschriebene Worte in das Suchfenster z.B. Bei Google eingibt, bekommt die richtige Rechtschreibung vorgeschlagen. „Meinten Sie Küchenmaschine“ stände dann dort geschrieben und auch die Suchergebnisse sind bereits auf die richtige Schreibweise ausgerichtet. Eine Optimierung der Vertipperdomain auf ein falsch geschriebenes Wort läuft damit zumeist ins Leere.

Fazit: Vertipperdomains haben ihre besten Jahre lange hinter sich. Speziell bei Markennamen sollte man unbedingt die Finger davon lassen. Bei wirklichen Rechtschreibfehlern braucht man schon sehr informationsresistente User, die dann trotzdem auf die Vertipperdomain kommen. Obwohl Domainkosten an sich heute fast nicht mehr ins Gewicht fallen, ist immer die Frage, ob sich das registrieren einer solchen Domain wirklich lohnt.

P.S.: altavist.de hat heute keine Besucher mehr, die direkt über ein Vertippen im Browser-Fenster auf die Webseite kommen und auch bei der Eingabe im Suchfenster bei Google muss man als Nutzer sehr gezielt alle Vorschläge von Google ignorieren oder wegklicken, damit die Domain in den Suchergebnissen erscheint.

P.S.S Bereits vor vielen Jahren wurde altvist.de der Suchmaschine Altavista kostenfrei zum Übertrag angeboten. Bis heute gab es darauf keine Antwort. Inzwischen gehört altavista zu Yahoo, auch dort geben wir die Domain gerne ab, sobald sich jemand meldet.